Spenden ohne etwas zu zahlen – Eine Gründungsidee aus dem Agricolagymnasium

Erfolg beim Schülerbusinessplanwettbewerb "futurego Sachsen-Anhalt" 2016

Schüler und Studenten spenden viel seltener als berufstätige Menschen. Das liegt daran, dass ihnen zum Spenden das nötige „Kleingeld“ fehlt. Jugendliche interessieren sich aber für notleidende Menschen und  Hilfsprojekte. Sie wollen mitentscheiden können, in welche Projekte Spendengelder fließen.
Durch die Geschäftsidee des Teams „Watch For Charity“  vom Agricolagymnasium könnten Menschen genau das, ohne dass sie selbst dafür zahlen müssten. Zum Team gehören Nils Lehmann, Robert Werner, Tim Läwen, Denny Pötzsch und Christian Beck (alle 10c). Sie entwickelten den Prototyp einer Spenden-App. Mit dieser App können Unternehmen sich selbst und Hilfsprojekte vorstellen, die sie gern unterstützen möchten.
Jugendliche entscheiden dann per Klick, für was sie gern selbst spenden würden. Robert Werner erklärt: „Unsere drei Zielgruppen sind: regionale Unternehmen als Werbepartner, junge Menschen als Spender und Hilfsorganisationen.“ Die Partnerunternehmen spenden dann pro Spenderklick einen bestimmten Betrag an das vorgestellte Hilfsprojekt.
Allein die Idee und eine Internet-App reichen aber noch nicht für einen Projektstart oder eine Unternehmensgründung. Ein Gründerteam benötigt eine klare Struktur von seiner Idee und einen Plan zur Umsetzung.
Businesspläne und Prototypen ihrer Produkte haben die Schüler der 10. Klassen im Wirtschaftskurs und mit viel Fleiß zu Hause erstellt.
Zehn Seiten hat das Team „Watch For Charity“ geschrieben. Inhalte des Planes sind zum Beispiel: Werteangebot mit Ideen zur Produktdifferenzierung, das Kundensegment mit Abschätzung des relevanten Marktes, Vertriebskanäle mit Ideen zum Marketing und die Finanzierung.
Der Schülerbusinessplanwettbewerb ist eine sehr gute Gelegenheit das im Wirtschaftsunterricht Erlernte auch selbst auszuprobieren und mit eigener Kreativität zu bereichern. Die „futurego-Team“ unterstützte die Schüler bei Coachings im Agricolagymnasium mit vielen wertvollen Anregungen und fachlichen Hinweisen. 

Bert-Morten Arnicke vom Team "futurego Sachsen-Anhalt" gibt Anregungen zum Business Model Canvas

Am Wettbewerb „futurego Sachsen-Anhalt“ beteiligten sich ca. 130 Teams. Nils, Robert, Tim, Denny und Christian haben ihr Konzept so überzeugend geschrieben, dass Sie zur Abschlussveranstaltung in Magdeburg als eines der fünf besten Teams ihr Konzept vor einer Fachjury und dem Publikum präsentieren durften. Hierfür sind sie vorzeitig 5:30 Uhr von ihrer Klassenfahrt abgereist. Schließlich waren die Plätze 1 bis 5 zu vergeben. In der Jury war auch der Minister im Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen Anhalt Jörg Felgner. Nils Lehmann und Robert Werner haben die Präsentation gut gemeistert und errangen mit ihrem Team in der Endwertung einen tollen 3. Platz.

 

3. Platz für: Nils Lehmann, Tim Läwen, Robert Werner,  Denny Pötzsch und Christian Beck

Das ist auch ein toller Erfolg für den gesamten Wirtschaftskurs. Im Kurs herrschte eine tolle von Aktivität und manchmal auch von etwas Begeisterung geprägte Arbeitsatmosphäre. Besonders engagiert und kreativ waren Lisa Gert, Charlotte Arndt, Patricia de Boer und Laura Plahotnjuk. Ihr Team „Persy-Bra“ entwickelte besondere BHs mit Taschen für Geld, Geldkarten und andere „Kleinigkeiten“. Mit ihrem Businessplan und einem sehr gelungenen Videoclip platzierten sie sich unter den besten 20 Teams. Ihre Produkte und der Clip wurden ebenfalls auf dem „Markt der Möglichkeiten“ in Magdeburg vorgestellt. Auch die anderen Schüler im Wirtschaftskurs beteiligten sich aktiv und reichten gute und sehr gute Arbeiten ein.
Vielleicht setzen einige Schüler aus dem Wirtschaftskurs später einmal ihre eigenen Ideen in einem Unternehmen um.  Bestimmt wird ihr Unternehmen dann Jugendlichen „kostenloses Spenden“ über eine Internet-App ermöglichen.
 

 

Team "Changing Food" erhält im Schüler-Businessplanwettbewerb "futurego Sachsen-Anhalt" 2015 einen der drei Sonderpreise

Bei Businessplanwettbewerben und Gründerpreisen werden zum Lernen meistens Geschäftsideen konkret ausformuliert, die nie umgesetzt werden oder gar nicht so umsetzbar sind.
Jasmin Gunkel, Helena Engelmann und Lucas Delitz hatten im Wirtschaftskurs zum Start des Schüler-Businessplanwettbewerbes „futurego Sachsen-Anhalt“ gleich zwei gute Geschäftsideen.
Das Team einigte sich auf Buffetessen in der Schule. Um die eigenen Vorstellungen von ihren Produkten und Dienstleistungen zu ergänzen, suchten Helena und Jasmin nach bereits in anderen Schulen umgesetzten Ideen. So sollte das Essen sehr gesund sein und Schülern sowie Lehrern mehr Wahlmöglichkeiten geben.
Für den Businessplan haben Helena, Jasmin und Lucas das Marktpotential ihrer Idee untersucht und den relevanten Markt abgeschätzt. Im Wirtschaftsunterricht und in den Hausaufgaben erstellten sie ein Marketingkonzept, planten die Finanzierung des Projektes, kalkulierten Preise und berechneten die Gewinnschwelle.
Dabei bedachten die drei viele Dinge richtig: Kooperationsmöglichkeiten, die Bedingungen in der Lehrküche sowie Vorteile einer Ganztagsschule bis zur Gründung eines eingetragenen Vereins.
Lucas entwarf das Logo für die Firma „Changing Food“.
Schließlich schrieben Jasmin, Helena und Lucas ihre Gedanken so überzeugend auf, dass bei der Abschlussveranstaltung des Businessplanwettbewerbes „futurego Sachsen-Anhalt“ auf der großen Bühne des K & K in Halle vor ca. 250 Leuten den Sonderpreis „Ideen mit Gründungspotenzial“ erhielten. Dieser Preis wurde von der Mercateo AG gestiftet.

v.l.n.r. Lucas Delitz, Jasmin Gunkel, Helena Engelmann

Zur Veranstaltung fuhren alle Schülerinnen und Schüler des Wirtschaftskurses. Sie verfolgten die Präsentationen der 5 besten Teams des Wettbewerbes.

Siegerteam des Jahres 2014/ 2015 "Popscorn" mit Christine Haas und Sophie Sehnert von insgesamt 182 Teams

Das Siegerteam des Jahres 2014/ 2015 "Popscorn" mit Christine Haas und Sophie Sehnert  kam von der BBS J.P.C. Heinrich Mette in Quedlinburg. Ihre Idee ist, fettarmes Popcorn in sehr vielen Geschmacksrichtungen aus ökologischen Zutaten herzustellen. Christine Haas und Sophie Sehnert präsentierten ihr Konzept sowie ihre Kostproben für das Publikum sehr überzeugend und professionell.

Die Preisverleihung begleitete der Minister für Wissenschaft und Wirtschaft Hartmut Möllring.

Minister für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt Hartmut Möllring

In seiner Rede sagte er: Es wird sehr oft beklagt, es gäbe zu wenige Gründerinnen und Gründer in Deutschland. „Sie machen heute eine Ausnahme“, wertschätzte Hartmut Möllring alle Wettbewerbsteilnehmer im Saal.
Schließlich hatten auch die anderen in unserem Wirtschaftskurs tolle Ideen in ihren Businessplänen formuliert. Florian Schmidt, Nils Kühling und Johannes Landeck planten eine Vermietung von rückenschonenden sowie bequemen Stühlen. Clemens Brockelt, Eric Meinecke und Johannes Landgraf bauten sogar einen Prototypen ihres Produktes, eine Armauflage für Gamer und PC-Arbeitsplätze. Diese Armauflage konnte sogar verkauft werden und wird täglich an einem PC-Arbeitsplatz mehrere Stunden genutzt.

Wirtschaftskurs 10. Klasse 2014/15

Alle Teams trugen zur kreativen Arbeits- und Lernatmosphäre im Wirtschaftsunterricht bei.
Clemens fragte zum Ende der Veranstaltung: „Können wir im nächsten Jahr wieder mitmachen? Wir wissen doch nun wie‘s geht.“
„Wissen wie’s geht durch eigene Ideen!“ Genau das macht bei allen im Kurs vielleicht das Gründungspotenzial aus; wenn nicht in der Schülerfirma „Changing Food“ dann bestimmt einmal nach der Ausbildung oder dem Studium als kreative begeisterungsfähige Köpfe in einem (eigenen) Unternehmen.

Ray Wille
 

 

 

 

 

Unser Wirtschaftskurs (2012/ 2013) der 10. Klasse hat Pläne

Foto nancyglor.de

Foto: nancyglor.de

„Eine Kombination aus Vermittlung von unternehmerischem Wissen und Spaß“, so beschrieb  Hartmut Möllring, Minister für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt, das Erfolgsrezept des Schülerbussinnesplanwettbewerbs futurego.
Er war Redner auf der feierlichen Abschluss- und Prämierungsveranstaltung dieses Projektes in den Franckeschen Stiftungen zu Halle.

Unser Wirtschaftskurs der 10. Klasse hat sich dieses Wissen angeeignet und für eigene Ideen und Entscheidungen im Unterrichtsprojekt genutzt. Beide Gruppen des Kurses erarbeiteten für den Schülerbusinessplanwettbewerb „futurego“ Sachsen-Anhalt tolle Ideenpapiere und Businesspläne.
Einem Businessplan selbstständig zu erstellen hieß für die Teams u.a.: sich für eine Rechtsform zu entscheiden, den Standort zu wählen, das Produkt zu beschreiben, Maßnahmen im Marketing-Mix zu entwickeln, Finanzierungspläne zu erstellen, Gewinnschwellen zu berechnen und eigene relevante Stärken sowie Schwächen einzuschätzen. Alles musste begründet und bis zum Abgabetermin in einer ansprechenden Form mit Textverarbeitung geschrieben werden.

Das Team „Nimetön“ mit Anna Müller, Elisabeth Arndt und Alexandra Lange schrieb einen Businessplan für ihr Unternehmen, welches Wetterschutzdächer für Rollstühle herstellen möchte. Die „Smafti S-GbR“ mit Vivian Tschorba, Rebecca Amthor und Hendrik Buchal stellte dar, wie sie Säfte und Smoothies im Schulgebäude und der Stadt Hohenmölsen anbieten würde.

Das Projekt hat uns im Wirtschaftsunterricht oft einen Motivationsschub gegeben (auch mir als Lehrer); aber auch manchmal in der 8. Stunde und außerhalb der Schule „gestresst“.
Nach einem Wochenende zeigte Alexandra Lange aus dem „Nimetön-Team“ mit ihrem Handy ein Bild: „Elisabeth und ich haben unseren Prototyp gebaut.“
Dafür hatten sie Material gekauft und extra einen Rollstuhl geliehen, um daran ein Dach zu montieren.
Das Team von futurego bezeichnet dieses Produkt als eine interessante Idee. Bei der Planung zur Verwirklichung des Vorhabens zeigte sich auch der hohe Schwierigkeitsgrad.
Anna Müller hat oft Kontakt zu Menschen, die auf Rollstühle angewiesen sind.
Sie hat Befragungen organisiert und mit Diagrammen ausgewertet, um den Markt zu erforschen.

Kleinere „Reibereinen“ blieben in beiden Teams nicht aus, da sich alle mit ihren verschiedenen Ideen und ihrer unterschiedlichen Motivation beteiligten.
Alle Schülerinnen und Hendrik Buchal, der einzige Junge im Kurs, haben viel Durchhaltevermögen bewiesen.
„Wir rollen das Feld von hinten auf“, war ein Spruch von Hendrik Buchal nach der Auswertung des Ideenpapiers zum Businessplan im Februar. Er hat in das Team zurückgefunden und sich im Unterricht mit Ideen und einer Tabellenkalkulation zur Gewinnschwellenrechnung beteiligt.
Natürlich gibt es da einzelne Schülerinnen, die besonders aktiv sind, immer wieder neue Hinweise umsetzen und die Arbeit des Teams verbessern. Vivian Tschorba hat als Leiterin des Teams „Smafti“ neben ihren eigenen Teilen die Beiträge ihrer Teammitglieder zum Gesamtwerk zusammengefügt, in eine sehr ansprechende Form gebracht und viele Abschnitte nach e-Mails vom Lehrer überarbeitet. Sie hat erlebt, wie schwer es ist, die Arbeit von Mitstreitern einzufordern und sie anzuspornen. Das sind Erfahrungen die durch das Projekt bewusst ermöglicht werden.
Das Team von futurego schreibt für jedes Team ein Feedback und schätzt dabei jeden Abschnitt aller Businesspläne ein. Vivian kann sich unter anderen folgenden Kommentar zum Gesamteindruck auf ihre Fahnen schreiben: „Absolut super! … Auch sprachlich und optisch ist euer Businessplan gut gelungen. Glückwunsch!“
Den Abschnitt „Chancen und Risiken des Unternehmens“ kommentierte futurego: „Ein perfektes Kapitel, super!“ Dieser Teil wurde von Rebecca Amthor geschrieben.
Für ihren außerordentlich guten Businessplan erhielten Vivian Tschorba, Rebecca Amthor und Hendrik Buchal den 7. Platz von 132 teilnehmenden Teams.

Vor einem großen Publikum und im Ambiente der Franckeschen Stiftungen in Halle/ Saale nahmen sie Glückwünsche sowie einen Scheck in Höhe von 250,00 €, gesponsert von der IHK Halle-Dessau, entgegen.

Beide Teams haben neben dem erworbenen Wissen viele Erfahrungen gesammelt und tolle Leistungen erbracht. Gelohnt hat sich dieses Projekt so für den gesamten Kurs, auch für ihren Lehrer, denn der hat jeden Donnerstag auch Spaß an der „Kombination“ aus allen motivierten Schülerinnen und Schülern mit ihren Ideen.

Ray Wille

► Bericht unseres Preisträgerteams "Smafti"

►Bericht und alle Platzierungen bei futurego

► mehr Wirtschaftsprojekte am Agricolagymnasium