Verschiedenheit ist der Unterschied

Schülerinnen und Schüler berichteten beim Abschlussseminar des Projektes „Lebenswelt 2013“ über ihre Erfahrungen.

Normalerweise lernen Schülerinnen und Schüler in der Schule gemeinsam in ihrer Klasse viele verschiedene Dinge in vielen Fächern. Begleitet werden sie dabei meist von ihren Lehrerinnen und Lehrern.
Beim Projekt Lebenswelt, eine Besonderheit unseres Gymnasiums, ist das anders.
Dort trafen sich am 3. März 2014 in der 7. und 8. Stunde ca. 50 Jugendliche aus den Klassen 9 bis 12. Sie tauschten sich über ihre Erlebnisse bei ihrem sozialen Engagement an sehr verschiedenen Orten, wie Kindergärten, Pflegeheimen, Feriencamps, Vereinen und Krankenhäusern, aus.

Moderiert wurden diese Stunden komplett durch die Schülerinnen Josephine Polzer und Julia Lehnert. Die Projektlehrerinnen Frau Steinbach und Frau Beckert unterstützen bei der Vorbereitung. Die Volks- und Raiffeisenbank Hohenmölsen förderte das Projekt Lebenswelt auch im Jahr 2013.

Die anwesenden Lehrerinnen und Lehrer staunten, als sie so manche Schülerin und so manchen Schüler von einer ganz anderen Seite kennenlernten.
Die Projektbetreuerin Frau Beckert würdigte besonders Jugendliche, die in einem Feriencamp Kinder mit Beeinträchtigungen betreuten: „Ihre Projektarbeit war am intensivsten, denn sie waren über 14 Tage Tag und Nacht im Einsatz.“ Für Sebastian Pillert war das Besondere an der Arbeit im Feriencamp, Verantwortung für die Kinder zu übernehmen. Das bedeutete, manchmal erst nach 24:00 Uhr ins Bett zu gehen und schon vor 7:00 Uhr wieder aufzustehen.
Auch für Diana König und Anna Müller war es eine besondere Herausforderung für die Kinder den ganzen Tag zu planen, da sie einen ganz anderen Tagesablauf benötigen.

Verantwortung übernahmen immerhin 52 Schülerinnen und Schüler für sehr verschiedene Menschen in sehr verschiedenen Lebenssituationen.

Theresa Schirmer ist die „Dienstälteste“ unter den Projektteilnehmer/innen.
Dass sie schon das fünfte Jahr im gleichen Kindergarten tätig war klingt auf Anhieb nicht besonders spannend. Dann meinte Theresa aber: „Es war immer wieder schön, jedes Jahr zu sehen, wie sich die Kinder entwickelt haben.“ Ob sie diese Beobachtungsgabe auch einmal in ihrem Beruf nutzen möchte, weiß sie noch nicht so genau.
Für Nicole war es ein besonderes Erlebnis, sehr verschiedene Kinder kennenzulernen und auch bei der Betreuung der Kinder mit Behinderung zu helfen.

Die Einsätze in den Kindergärten sind bei unseren Schülerinnen und Schülern scheinbar am beliebtesten. In diesem Jahr engagierten sich jedoch auffällig viele Jugendliche in Pflegeheimen und Krankenhäusern.
Maria Gert berichtete im Gruppengespräch mit viel Stolz von ihren sehr vielfältigen Aufgaben im Krankenhaus, die vom Wechseln der Betten bis hin zur Hilfe beim Waschen älterer Menschen reichten.
Eine Frage der Moderatorinnen lautete : „Was habt ihr gelernt?“  Annika Göhring antwortete darauf: „Den Umgang mit älteren Menschen, da sie sehr unterschiedlich reagieren.“
Die Jugendlichen erzählten auch, dass sie von den älteren Leuten auch viele Lebensgeschichten gehört haben und dass die alten Menschen sehr dankbar für das Zuhören, Vorlesen, Spazierengehen Singen und Spielen waren. Trotzdem ist der Job nichts für jeden. Aber Justin Thielemann und Yasmin Keil arbeiten sicher wieder  im Pflegeheim. „Yasmin Keil und  Justin Thielemann können sehr gut mit älteren Menschen umgehen“, schätzte Frau Beckert ein.

Erik Werner ist einer der 8 Jungen unter den 52 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
Ihm war die Erfahrung wichtig: „Im Team arbeitet es sich besser als alleine.“
Er wird hoffentlich im neuen Projektjahr das Projektteam „Lebenswelt 2014“ wieder stärken.
Der Abschlussworkshop zeigte: Jungen und Mädchen sind bei der Bereitschaft zum sozialen Engagement doch nicht ganz so verschieden, wie es die Zahl der Teilnehmerinnen auf den ersten Blick vermuten lässt.

Ray Wille