In der Keramik-AG sind fleißige Hände am Werk

„Man weiß, dass man etwas zum Anfassen und Mitnehmen geschaffen hat“, antwortet Jette Heß (6b) auf die Frage: „Warum machst du bei der Keramik-AG mit?“
Jette zeichnet und malt generell gern.
Eine große Elfe auf zwei Pilzen für ihre Schwester war ihr größtes Projekt. Über ein halbes Jahr hat Jette daran gearbeitet. Im Moment stellt sie ein Teelicht fertig.

Bevor die Schüler mit solchen großen Arbeiten beginnen, fangen sie mit dem Bemalen bereits vorgefertigter Tonfiguren an. Die AG-Leiterin Carola Reinhardt (Kunstlehrerin) holt diese Figuren an Abverkauf-Tagen bei Ton- und Keramikwerkstätten in Leipzig.
Bei vielen Schülern wird das Interesse am Gestalten und an der Kunst erst in der Keramik-AG geweckt. Frau Reinhardt berichtet: „Schüler kommen später vorbereitet in die Kurse. In der 9. Klasse ist das "Plastisches Gestalten" und in der 10. Klasse der Kunstkurs. Andere Schulen arbeiten beim Unterrichtsthema "Kunst, Architektur und Plastikdesign" mit Speckstein, Gasbeton, Papierplastiken oder Modelliermassen. Wir haben Ton gewählt.“
Frau Reinhardt und ihre Schüler haben mit dem Kunstraum und dem Brennofen am Agricolagymnasium sehr gute Bedingungen für die Arbeit mit Ton.
Luise Zogall (7a) ist schon seit der 5. Klasse in der Arbeitsgemeinschaft und damit neben Frau Reinhardt in der „Werkstatt“ die „Erfahrenste“. Sie berichtet: „Man fängt erst mit kleinen Glocken und Katzen- oder Eulenfiguren an und bemalt die.“  Beim Bemalen beherrschen die Schüler schon Techniken, mit denen sie beeindruckende Effekte aus den Figuren herauskitzeln.

 

 

Christin-Marie Zeutschel zeigt an einer Elfen-Figur das „Brushen“. Dabei „wedelt“ sie mit dem Farbpinsel über einige Stellen der Figur, um räumliche Effekte zu erzeugen und die Strukturen der Figur hervorzuheben, z.B. Falten im Kleid und Haare.
Geduld lernen die Schüler beim Arbeiten mit Ton auch, denn die vielen Arbeitsschritte benötigen Zeit. Jette meint: „Wenn der Ton reißt, weil ich zu schnell war, dann bekomme ich immer die Krise!“  
Das Modellieren macht Jette und Christin-Marie trotzdem noch mehr Spaß als das Bemalen der Figuren. „Beim Anmalen mit dem Pinsel ist auch schnell alles ruiniert. Wenn man mal mit dem Pinsel daneben gekommen ist, muss man warten bis es trocknet“, erklärt Christin genauer.
Jette muss an Ihrem Teelicht noch einige Nachbearbeitungen erledigen und Teile ankleben. Sie nimmt lieber nicht so knallbunte Farben für ihre Werke. „Generell können die Schüler ihre Farben selbst wählen“, sagt Frau Reinhardt. Trotzdem berät sie die Kinder. Hilfe bekommt sie bei ihrer Arbeit von der pädagogischen Mitarbeiterin Frau Luksch.
Das Teelicht setzt sich aus vielen Einzelteilen und Tonplatten zusammen. Erst hat Jette den Ton ausgerollt und anschließend mit verschiedenen Werkzeugen Muster in den Ton geprägt.
"Wir nutzen alles, was sich in den Ton drücken lässt und interessante Muster prägt“, wirft Frau Reinhardt ein.
Als Werkzeuge haben Frau Reinhardt und Frau Luksch mehrere Jahre z.B. Plätzchenformen, Stempel und unterschiedliche Stäbe zusammengetragen. Aber auch Blätter zaubern interessante Strukturen in den Ton.
Wenn die Schüler alle Arbeiten an ihren Werken beendet haben, erledigt Frau Reinhardt nach der AG-Stunde noch viele notwendige Handgriffe. Sie legt die Figuren in die Regale zum Trocknen, besprüht diese mit Klarlack und bestückt den kleinen Brennofen. Im Brennofen muss jedes Teil auf kleinen „Böcken“ stehen.
Bevor Jette das Teelicht als Geschenk mitnehmen kann, musste dieses Stück aus Ton durch sie und Frau Reinhardt sehr oft angefasst werden.

Ray Wille 

Teilnehmer/innen: Klassen 5 bis 7
AG-Leiterin: Frau Reinhardt
Zeit: am Mittwoch 13:25 Uhr bis 14:10 Uhr
Raum:  Keramikraum im Erdgeschoss

 

 

 

 

In dieser Arbeitsgemeinschaft probieren sich die Schülerinnen und Schüler kreativ aus.
Sie wählen sich aus einer Vielzahl von gebrannten Tonobjekten ihr Motiv aus, grundieren, brushen und bemalen es unter fachkundiger Anleitung.
Die benötigten Grundelemente erwerben die Schüler/innen käuflich und nehmen ihre fertigen Werke selbstverständlich mit nach Hause.
Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, selbst mit Ton zu formen und zu gestalten.
Viele in dieser Arbeitsgemeinschaft entstandenen Werke finden bei Lehrerinnen und Lehrern  Beachtung und fanden als Geschenke ihre Liebhaber in den Familien unserer Kinder.

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